Logo Certo
Logo VBG

Rehabilitation

Wieder auf den Beinen

Ein Leitersturz hatte für Holger Kunze schwere Folgen. Doch nach Einsatz eines künstlichen Kniegelenks kann er wieder als Hausmeister arbeiten. Seine Kollegen sind froh, dass er mit seiner großen Erfahrung bei ihnen bleibt.

Bild Handy Holger Kunze

Das Handy klingelt und der Chef mahnt zur Eile: Holger Kunze ist wieder ganz im Arbeitsalltag angekommen.

Holger Kunze kniet in einer leerstehenden Wohnung. Der 50-Jährige verlegt einen neuen Fußboden. „Mein rechtes Bein ist zwar nicht mehr so beweglich wie früher“, sagt er. „Aber ich kann hocken, stehen, laufen, Treppen steigen und auf die Leiter gehen. Im Prinzip sind alle Aktivitäten möglich.“

Diese Mobilität ist erforderlich, denn Kunzes Arbeitgeber, die Cerveny Immobilien und Hausverwaltung GmbH in Halle an der Saale, betreut 20 Gebäude im Rundumservice. Die Tätigkeit des Hausmeisters umfasst wesentlich mehr, als nur hier und da eine Glühbirne zu wechseln oder einen Wasserhahn zu reparieren. Holger Kunze ist als Allroundhandwerker im Einsatz. „Tapezieren, Trockenbau, Rasenmähen, Müll-entsorgung“, zählt er einige seiner Aufgaben auf. „Der Job ist abwechslungsreich und macht mir deshalb Spaß.“ Seit 18 Jahren schon arbeitet Kunze bei Cerveny.

 

Bild Holger Kunze Leiter

Auch die Leiter nutzt Holger Kunze wieder – wenn sie kippsicher steht. 

Der Unfall

Im Januar 2015 kam es zu einem folgenreichen Sturz. Für Kunze war klar: An einen normalen Berufsalltag ist lange Zeit nicht zu denken. An diesem Tag war der Hausmeister mit der Instandhaltung in einer Wohnsiedlung in Halle beschäftigt. Dafür waren Bohrungen knapp unterhalb einer Etagendecke notwendig. Im engen Treppenhaus konnte Holger Kunze seine Leiter nur seitlich zur Wand platzieren und stand daher nicht stabil genug auf ihr. So passierte es: Kunze machte eine kraftvolle Bewegung mit der Bohrmaschine, die Leiter unter ihm kippte seitlich weg. Um nicht mit ihr die Treppenstufen hinunterzustürzen, sprang Kunze geistesgegenwärtig ab. Seine Hand suchte Halt am Treppengeländer, glitt jedoch an der gerade frisch aufgetragenen Farbe ab. Im Sturz verfingen sich seine Beine im Gestänge der Leiter. „Es hat mein rechtes Bein richtig durchgeknackt“, erinnert sich Holger Kunze. Der Verletzte wurde sofort ins BG Klinikum Bergmannstrost Halle eingeliefert. Die Ärzte diagnostizierten einen Wadenbeinbruch, der bald gut verheilte, und eine mehrfache Schienbeinkopffraktur, die große Komplikationen bereitete. Bis seine Rückkehr an den Arbeitsplatz endlich glückte, durchlebte Holger Kunze eine Zeit schmerzhafter Rückschläge. Während der medizinischen Behandlung und der Rehabilitationsphase stand ihm Reha-Manager Andreas Sommerfeld von der VBG-Bezirksverwaltung Erfurt stets zur Seite.

„Der Schienbeinkopf ist ein Teil des Kniegelenks. In einer ersten Operation wurden die zertrümmerten Knochen fixiert“, erläutert Sommerfeld. „Herr Kunze lief sechs Wochen lang mit Gehstützen, um das Knie zu entlasten. Seine Wohnung wurde mit einem Badewannenlift ausgestattet. Er unterzog sich einer ambulanten Reha- und Schmerztherapie.“ Noch ein halbes Jahr nach dem Unfall war Kunzes Gesundheit weiterhin stark beeinträchtigt. Er konnte das Knie nicht gut bewegen und hatte starke Schmerzen aufgrund einer beginnenden Arthrose des verletzten Gelenks. Um seine berufliche Wiedereingliederung zu ermöglichen, vereinbarte Andreas Sommerfeld damals mit dem Arbeitgeber einen Plan: Holger Kunze nahm seinen Job 
zur Arbeitsbelastungserprobung zeitlich eingeschränkt wieder auf. Dabei übernahm er Instandhaltungsaufgaben in Gebäuden, die nicht mit schwerem Heben oder dem Besteigen von Leitern und Gerüsten verbunden waren. Die VBG finanzierte dies durch einen Eingliederungszuschuss, der in Kunzes Fall über insgesamt 18 Monate gezahlt wurde.

„Der Versicherte hat sich für die Rückkehr an den Arbeitsplatz stark engagiert. Sein Arbeitgeber war sich der sozialen Verantwortung bewusst und wollte ihn unbedingt im Unternehmen halten. Das waren gute Rahmenbedingungen“, blickt Andreas Sommerfeld auf den bis dahin erfolgreichen Reha-Verlauf zurück.

„Ich kann fast wieder so gut laufen und arbeiten wie vor dem Unfall.“

Die zweite Operation

Doch im Sommer 2016 musste Holger Kunze erneut operiert werden. Die Arthroseschmerzen im verletzten Knie waren so schlimm geworden, dass die Ärzte ihm ein künstliches Gelenk einsetzten, um die Beschwerden in den Griff zu kriegen. Nochmals folgten mehrere Wochen Reha-Behandlung – mit erfreulichem Ergebnis für Holger Kunze. „Ich kann fast wieder so gut laufen und arbeiten wie vor dem Unfall“, stellt er fest. Die gute Betreuung – im Krankenhaus, in der Physiotherapie und durch die VBG – habe ihm sehr geholfen.

 „Ich bin froh, dass ich weiter mit Holger zusammenarbeiten kann“, ergänzt sein Hausmeister-Kollege Bernd Prochnow. „Er hat ein großes handwerkliches Wissen und wir sind ein prima eingespieltes Team.“ Gemeinsam kümmern sie sich um die Instandhaltung der Wohnsiedlung. Zwischendurch klingelt Kunzes Telefon: Der Chef erteilt weitere Aufträge und mahnt zur Eile – Arbeitsalltag wie eh und je. „Ich nehme ihm die Lauferei und schweres Heben auch gerne einmal ab“, verspricht Bernd Prochnow. Außerdem achten die beiden Hausmeister seit dem Unfall besonders auf eine Vorsichtsmaßnahme: Erst, wenn die Leiter kippsicher steht, beginnen sie mit der Arbeit.

MEHR INFORMATIONEN: www.vbg.de/reha

Das könnte Sie auch interessieren

Certo durchsuchen...