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Tödlicher Arbeitsunfall – was nun?

Arbeitsunfälle mit Todesfolge versetzen den Berufsalltag in den Ausnahmezustand. Im Ernstfall können sich die betroffenen Angehörigen und Unternehmen auf die gesetzliche Unfallversicherung verlassen.

Nach einem tödlichen Arbeitsunfall sitzt der Schock bei allen Beteiligten tief. Trotzdem ist eine umgehende telefonische Meldung des Versicherungsfalls bei der VBG unerlässlich. Nur so können die Teams in den Standorten aktiv werden und zustehende Leistungen im Interesse der Hinterbliebenen schnellstmöglich gezahlt werden. Im ersten Gespräch mit dem Unternehmen werden neben dem Unfallhergang die Kontaktdaten der Angehörigen abgefragt. Gegebenenfalls sollten am tragischen Geschehen beteiligte Zeugen und die Polizeidienststelle benannt werden, die den Unfall aufgenommen hat. Ferner betreuen und unterstützen die Beschäftigten der VBG sowohl das Unternehmen als auch die Angehörigen in sämtlichen Fragen rund um den Trauerfall.

Ein Mitarbeiter der Prävention begutachtet Ursachen und Hergang am Unfallort. In Absprache mit dem Betrieb ergreift er vorbeugende Maßnahmen, damit sich solch ein Unglück nicht wiederholt. Zeitgleich zur Tätigkeit der Prävention kontaktieren die Fachleute der Leistungsabteilung die Angehörigen.

Die Hinterbliebenenleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind komplex. Die Ansprechpersonen der VBG beraten ausführlich zu Sterbegeld, Überführungskosten, Beihilfen und Renten. Sterbegeld wird vorrangig an enge Verwandte, nachrangig an Lebensgefährten oder Arbeitgeber gezahlt. Entscheidend ist, wer die Kosten der Bestattung tatsächlich getragen hat. Einen Rentenanspruch können Witwen, Witwer, eingetragene Lebenspartner, frühere Ehegatten, Waisen und Eltern haben, da diese Ansprüche eine Unterhaltsersatzfunktion haben. Deswegen ist das vom Rentenberechtigten selbst erzielte eigene Einkommen auf die Hinterbliebenenrente anzurechnen. Eine Ausnahme bilden die Renten an Waisen, hier ist die Einkommensanrechnung seit Juli 2015 weggefallen.

Ein Rentenanspruch und die Höhe werden individuell festgestellt (siehe Fallbeispiel). Berechnungsgrundlage ist der Jahresarbeitsverdienst des Verunglückten in den zwölf Kalendermonaten vor dem Unfall. Sind mehrere Berechtigte vorhanden und übersteigen deren Rentenansprüche zusammen 80 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes, werden sie anteilsmäßig gekürzt. Auch während des Rentenbezugs betreuen die Experten der Leistungsabteilung die Fragenden zu ihren gesetzlichen Ansprüchen. Wie lange die Rente an die Hinterbliebenen gezahlt wird, hängt vom Alter des Hinterbliebenen ab und davon, ob die Person Kinder hat. Waisen haben bis zum 18. Lebensjahr und darüber hinausgehend für die gesamte Dauer ihrer Schul- oder Berufsausbildung bis Vollendung des 27. Lebensjahres einen Anspruch auf Rente. Egal, ob der Versicherte am Unfallort, später im Krankenhaus oder erst nach Monaten oder Jahren an den Unfallfolgen verstorben ist, auf die VBG und ihre Leistung ist Verlass.

WEITERE INFOS ZU DEN LEISTUNGEN: www.vbg.de/geldleistungen

FALLBEISPIEL

 

Ein Versicherter verstirbt am 29. Februar 2016 in Leipzig an einem Arbeitsunfall. Sein Jahresarbeitsverdienst vor dem Unfall betrug 36.000 Euro. Er war zum Todeszeitpunkt verheiratet und hinterlässt ein Kind im Alter von 12 Jahren. Die Witwe trägt die Bestattungskosten. Überführungskosten fallen nicht an, da der Versicherte am Ort der ständigen Familienwohnung verstarb. Die Witwe bezieht kein eigenes Einkommen.

Die VBG zahlt folgende Leistungen an die Hinterbliebenen:

 

An die Witwe:

Vom 29. Februar 2016 bis 31. Mai 2016 Witwenrente nach § 65 (2) 1 SGB VII in Höhe von Zweidrittel des Jahresarbeitsverdienstes von 36.000 Euro: Das entspricht einer Rente von monatlich 2.000 Euro. Ab dem 1. Juni 2016 Witwenrente nach § 65 (2) 3 SGB VII bei Erziehung eines waisenrentenberechtigten Kindes 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes von 36.000 Euro: Das entspricht einer Rente von monatlich 1.200 Euro. Nach Vorlage der Rechnung des Bestattungshauses zahlt die VBG der Witwe Sterbegeld in Höhe von 4.320 Euro (1/7 der Bezugsgroße Ost von 30.240 Euro).

 

An die Waise:

Ab dem 29. Februar 2016 20 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes von 36.000 Euro: Das entspricht einer Rente von monatlich 600 Euro.

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