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Rehabilitation

Zurück in den Beruf

Bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit sind Arbeitnehmer über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Was die VBG leistet und wie sie ihre Versicherten unterstützt, erklärt Christina Gerlach, VBG-Rehaleiterin in Berlin, im Interview.

Bild Christina Gerlach

Christina Gerlach (58) arbeitet seit 1980 bei der VBG. Zu Beginn ihrer Karriere betreute sie als Sachbearbeiterin Versicherte mit schweren Unfallverletzungen. Seit zwölf Jahren ist sie die Leiterin Rehabilitation in der VBG-Bezirksverwaltung in Berlin.

Was leistet die VBG nach einem Arbeitsunfall?

Christina Gerlach: Nach einem Arbeitsunfall sorgt die VBG für eine zielgenaue und zeitgerechte Erbringung und Abfolge aller erforderlichen Leistungen. Unser Leistungsangebot umfasst zum Beispiel die sofort einsetzende notfallmedizinische Erstversorgung sowie die ambulante und stationäre ärztliche Behandlung und Rehabilitation. Unsere Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zielen darauf ab, mit allen geeigneten Mitteln den verursachten Gesundheitsschaden zu beseitigen, zu bessern oder eine Verschlimmerung zu verhüten. Mit unseren Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben möchten wir eine frühzeitige und dauerhafte Wiedereingliederung erreichen. Die Erhaltung des vorhandenen Arbeitsplatzes hat hier Vorrang vor allen anderen Maßnahmen. Des Weiteren erbringen wir Leistungen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beziehungsweise zur Wiedereingliederung in die soziale Gemeinschaft. Um die wirtschaftlichen Folgen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit abzumildern, kommen je nach Schwere und Dauer der Beeinträchtigung auch Verletztengeld oder Rentenzahlungen in Betracht. Für die optimale Leistungserbringung und Betreuung unserer Versicherten vor Ort sorgen bundesweit elf VBG-Bezirksverwaltungen.

Was sind die Aufgaben eines Rehamanagers?

Die VBG steuert aktiv die gesamte Rehabilitation – von der Behandlung im Krankenhaus bis zur Wiedereingliederung am Arbeitsplatz. Unsere Rehabilitationsmanager, kurz: Rehamanager, haben die Aufgabe, unsere Versicherten aktiv bei der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation (Teilhabe) zu unterstützen. Sie sind die zentralen Ansprechpersonen. Ein Arbeitsunfall beziehungsweise eine Berufskrankheit trifft einen Menschen plötzlich und unerwartet – mitten im Leben. Die Folgen eines solchen Ereignisses können erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen sein. Zu unseren erklärten Zielen gehört es, unsere Versicherten dabei zu unterstützen, Perspektiven zu entwickeln, die ihnen einen planbaren Weg eröffnen – zurück, mitten ins Leben, mitten in eine selbstbestimmte Teilhabe. Um dieses Ziel zu erreichen, nehmen unsere Rehamanager mit unseren Versicherten bereits frühzeitig Kontakt auf, oft schon im Krankenhaus. Gemeinsam mit unseren Versicherten, den behandelnden Ärzten und Therapeuten koordinieren und steuern sie die medizinische Rehabilitation auf der Grundlage eines gemeinsam erstellten Rehaplans. Soweit möglich nehmen unsere Rehamanager gemeinsam mit den Versicherten Kontakt zum bisherigen Arbeitgeber auf, um in Abstimmung mit diesem Maßnahmen ergreifen zu können, die geeignet sind, den vorhandenen Arbeitsplatz zu erhalten oder eine innerbetriebliche Umsetzung zu erreichen. Wenn dies nicht gelingt, steht der VBG ein Netzwerk von Partnern zur Verfügung, um eine berufliche Wiedereingliederung zu ermöglichen. Hauptanliegen des Rehamanagements ist es, dass unsere Versicherten trotz eventuell verbliebener Unfallfolgen im Rahmen einer selbstbestimmten Lebensführung dauerhaft beruflich und sozial wiedereingegliedert werden. Hierbei befindet sich die VBG in Übereinstimmung mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die die volle und wirksame Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft zum Ziel hat.

Was können Unternehmen tun, um Arbeitsunfälle zu verhindern?

Es liegt natürlich im eigenen Interesse eines jeden Arbeitgebers, seine Unternehmensziele mit gesunden Beschäftigten zu erreichen. Dennoch schreiben auch Gesetzgeber und Unfallversicherungsträger vor, die Arbeit in den Unternehmen so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden wird. Wichtigstes Präventionsinstrument der Unternehmen ist die Beurteilung der Arbeitsbedingungen. Damit lässt sich feststellen, ob beziehungsweise welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind, um Gefährdungen der Beschäftigten zu vermeiden. Eine gute Arbeitsschutzorganisation, noch mehr aber eine von der Unternehmensleitung gewollte und vorgelebte Arbeitsschutzkultur helfen dabei, das Ziel „Null Arbeitsunfälle“ zu erreichen. Übrigens: Die VBG ist wie alle Unfallversicherungsträger verpflichtet, mit allen geeigneten Mitteln für die Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu sorgen. Dazu muss sie nicht nur die Durchführung der Arbeitsschutzmaßnahmen in den Unternehmen überwachen, sondern sie hat auch einen umfassenden Beratungsauftrag.

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