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Auslandseinsatz

Sicher arbeiten in luftiger Höhe

Bevor der Arbeitgeber seine Angestellten ins Ausland entsendet, muss er mögliche Gefahren ausschließen.

Patrycjusz Idzikowski ist nahezu das gesamte Jahr über weltweit unterwegs. Er reist quer durch Europa, nach Asien, auf die amerikanischen Kontinente. Idzikowski testet im Namen von TÜV SÜD vor allem Fliegende Bauten, also Fahrgastgeschäfte in Vergnügungsparks. Er klettert in Winkel von Achterbahnen und Riesenräder, die der Parkbesucher so nie zu sehen bekommt. Ein Job, nicht ganz ohne Risiko, doch Idzikowski muss sich um seine Absicherung nicht viele Gedanken machen. Auch bei Arbeitsentsendungen ins Ausland ist er über seinen Arbeitgeber perfekt abgesichert. Falls doch mal etwas passiert, ist er über seinen Arbeitgeber TÜV SÜD bei der VBG unfallversichert.

Beschäftigte stehen im Ausland unter dem deutschen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz, wenn sie im Rahmen eines inländischen Arbeitsverhältnisses vorübergehend entsandt werden. Dazu müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Erstens: Der beruflich bedingte Auslandsaufenthalt ist für den Beschäftigten von vornherein zeitlich befristet. Zweitens: Das inländische Beschäftigungsverhältnis ist während der Entsendung nicht unterbrochen. Der Beschäftigte muss weiterhin den Weisungen seines Arbeitgebers unterliegen und von ihm bezahlt werden. Drittens: Beschäftigte, die zunächst für Auslandstätigkeiten eingestellt werden, müssen nach Beendigung des Auslandsaufenthaltes ihr Beschäftigungsverhältnis beim inländischen Arbeitgeber fortsetzen.

Bei Idzikowski trifft all dies zu. Er hat seinen festen Arbeitsplatz in München, und wird aber regelmäßig für einige Wochen zum Auslandseinsatz entsandt. Oft geht es dabei auch auf medizinisch eher unübersichtliche Kontinente mit erhöhter Infektionsgefährdung wie Asien und Südamerika. Wenn Idzikowski darüber erzählt, wo er schon überall war, kann das schon etwas dauern: fast das gesamte Europa, viele asiatische Staaten, der Nahe Osten, Nordamerika und auch Lateinamerika. „Am Anfang habe ich noch mitgezählt, aber irgendwann aufgehört“, sagt er. Worum er allerdings weiß, ist die Wichtigkeit der medizinischen Vorsorge und Beratung durch den Arbeitgeber beziehungsweise durch den Betriebsarzt. Diese müssen für den Arbeitnehmer stets gewährleistet sein und sind zudem gesetzlich vorgeschrieben durch die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). Darunter fallen Informationen und Beratung zur Wechselwirkung von Gesundheit und Arbeit sowie individuelle Schutzmaßnahmen.

 

VORSORGE STATT NACHSORGE

Neben der medizinischen Vorsorge des Mitarbeiters muss das Unternehmen für einen möglichen Notfall vorsorgen, sprich: Es muss einen Plan B ausarbeiten. Was passiert, wenn der Arbeitnehmer verunglückt oder so schwer erkrankt, dass er seine Tätigkeit nicht fortsetzen kann? Verschiedene Eventualitäten müssen in diesem Zusammenhang im Vorhinein durchdacht werden: Wie gut/schlecht ist die medizinische Betreuung vor Ort? Wo sind erste Anlaufmöglichkeiten für den Mitarbeiter im Falle eines Notfalls? Kann eine Rückführung gewährleistet werden? Prüfingenieur Idzikowski wähnt sich für all diese Fälle bestens vorbereitet: Er trägt einerseits stets die Telefonnummer der VBG-Auslands-Notfallhotline bei sich, andererseits gibt es bei seinem Arbeitgeber einen 24-Stunden-Notrufkontakt mit direkter Leitung zu den Vorgesetzten. Außerdem stehen dank der globalen Aufstellung des Unternehmens oft lokale Ansprechpartner zur Verfügung.

Damit es erst gar nicht zu Zwischenfällen kommt, muss vom Arbeitgeber vor der Entsendung eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Welche Gefahren lauern am Arbeitsplatz? Auf was für Besonderheiten muss sich der Mitarbeiter in seiner neuen Umgebung einstellen? Bei dieser Gefährdungsbeurteilung werden alle vorhersehbaren Gefährdungen ermittelt und bewertet (siehe Kasten). Dazu verpflichtet Paragraf 5 des Arbeitsschutzgesetzes. Nach Paragraf 4 muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass die ermittelten Gefährdungen nun durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen minimiert werden. Der gesamte Vorgang wird dokumentiert. Dazu zählt beispielsweise auch der Weg zur Arbeit. „In Indien“, erzählt Idzikowski, „kann es schon einmal passieren, dass einem auf der Autobahn ein Auto entgegenkommt oder plötzlich wendet. Ich bin dann froh, wenn ich an meinem sicheren Arbeitsplatz bin.“

Schwierig wird es, wenn der Einsatzort weit vom Standort des Arbeitgebers entfernt ist. Bei Fällen der Zeitarbeit, oder auch bei Vielreisenden wie Prüfingenieur Idzikowski, ist nicht immer eine Fachkraft für Arbeitsschutz vor Ort, die die Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes prüft. Hier muss der Facharbeiter die Arbeitsplatzbedingungen selbstständig beurteilen. Das kann zum Beispiel mit einer im Unternehmen vorbereiteten Checkliste geschehen. Die ausgefüllte Liste wird dann mit dem Arbeitgeber besprochen, der die Fachkraft dabei unterstützt, die dokumentierten Gefährdungen zu verringern. Zusätzlich dazu erhält Ingenieur Idzikowski, bevor er zu einer Prüfung ins Ausland aufbricht, direkt bei seinem Arbeitgeber Sicherheitsschulungen sowie Einblick in die Risikobeurteilung des Anlagenherstellers, bei dem er vor Ort ist.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Wirksamkeitskontrolle. Wurden Gefährdungen festgestellt und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt, so muss dann allerdings auch kontrolliert werden, ob diese Maßnahmen wirklich greifen. Wenn etwa, wie es Idzikowski schon erlebt hat, an Anlagen im Ausland für eine bestimmte Prüfung Sicherheitsseile gebraucht werden und er dann vom Betreiber ein Seil bekommt, das schon arg abgenutzt ist, kann er dieses nicht benutzen. Genauso wenig wie das Stück Stahl, das ihm während einer Inspektion einmal als Hammer angeboten wurde. Dann greift Idzikowski lieber auf das sichere Equipment zurück, das er von seinem Arbeitgeber auf jeder Reise mitbekommt.

VBG-AUSLANDS-NOTFALLHILFE: +49 40 5146-7171

GESUNDHEITSMAGAZIN ZUM THEMA: www.vbg.de/arbeiten-im-ausland

MEHR ZUM VERSICHERUNGSSCHUTZ IM AUSLAND: www.vbg.de/versicherung-ausland

Beurteilung von Gefährdungen und Belastungen bei Auslandseinsätzen

  • Die klimatischen Belastungen am Einsatzort sowie Infektionsgefahren sollten vor einem Auslandseinsatz geklärt werden.
  • Ferner muss geprüft werden, ob Gefährdungen durch ungeeignete Kleidung und fehlende Schutzausrüstung bestehen.
  • Die Arbeitsschutzvorschriften im Beschäftigungsland müssen bekannt sein.

AUSFÜHRLICHE CHECKLISTE: www.vbg.de/checkliste-ausland

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