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100 Branchen, eine VBG

Glas für Lebensretter

Die ISO-Gesellschaft für Arzneiverpackungen stellt kleine Glasflaschen unter strikter Qualitätskontrolle her. Ein Produktionsfehler könnte beim Einsatz in der Medizin schließlich tödliche Folgen haben. Ebenso ernst nimmt der bayerische Mittelständler die Arbeitssicherheit.

Pharmaglas wird aus technischen Gründen an Maschinen mit offenen Flammen produziert. Daher können Besucher aus nächster Nähe zusehen, wie mit speziellen Brennern Gewindeflaschen, Injektionsflaschen, Tablettenröhrchen und andere Glasbehältnisse geformt werden. Ein Schutzkittel und eine Haube sind bei der Visite in der ISO-Gesellschaft für Arzneiverpackungen allerdings Pflicht, denn hier wird unter Laborbedingungen gearbeitet. „Wir müssen Verunreinigungen der Gläser durch Haare, Staub oder Schmutz konsequent unterbinden. Denn als Primärpackmittel kommen sie in direkten Kontakt mit sensiblen Stoffen wie Arzneimitteln, Chemikalien oder Nahrungsergänzungsmitteln“, erklärt Mirjam JeanRichard. Die 29-jährige Tochter des ISO-Eigners Marc JeanRichard nimmt in dem Familienunternehmen in der vierten Generation im unterfränkischen Bad Königshofen eine Schlüsselstellung ein. 

Als Produktionsleiterin und Fachkraft für Arbeitssicherheit ist sie dafür zuständig, dass im Fertigungsprozess der Arzneigläser sowohl die hohen Qualitätsanforderungen an die Ware als auch die allgemeinen sowie firmenspezifischen Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen von der VBG mit der Bescheinigung „Arbeitsschutz mit System“ (AMS) ausgezeichnet. Produziert werden die Arzneigläser bei ISO aus vorgefertigten Glasröhren mit acht bis 34 Millimeter Durchmesser.

„Die AMS- Begutachtung bestätigt, dass unsere Abläufe funktionieren.“

Das Glas ist entweder klar oder braun. Die dunkle Färbung dient dazu, Medikamente vor UV-Strahlung zu schützen. Die Glasröhren werden auf eine Maschine – den Rundläufer – aufgesteckt. Der Rundläufer dreht sich. Dabei führt er die Spitze der Glasröhren an Flammen mit unterschiedlichen Hitzegraden heran. Bei jedem Schritt wird das geschmolzene Glas von einem automatischen Werkzeug bearbeitet.

„Die Flammen am Rundläufer erreichen Temperaturen von bis zu 1.100 Grad Celsius“, erläutert Mirjam JeanRichard. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen mit höchster Sorgfalt und Vorsicht mit den Maschinen und dem heißen Werkstoff Glas umgehen. Dafür durchlaufen alle Kollegen ein umfangreiches Qualifikationsprogramm. Sie tragen Schnittschutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Schutzbrillen und spezielle Glasbläserbrillen. Diese schützen die Augen vor Schäden durch das sehr helle Licht der Natriumflamme.“

Grafik: Kunden nach Branchen in Prozent

Für diese Branchen produziert ISO

Durch das Zusammenspiel von Flamme und Werkzeug erhält das Glasbehältnis nach und nach seine Fasson. Erst entsteht der Kopf, dann der gewölbte Boden. Anschließend wandert das fertig geformte Vial über ein Fließband zu Veredelungsstationen und dann zur visuellen Kontrolle in die Verpackungsräume.

Die ISO-Gesellschaft fertigt Arzneigläser mit modernster Technik, unter saubersten Bedingungen – auf Wunsch in Reinraumqualität, das heißt: Die Produktion erfolgt in nahezu partikelfreiem Umfeld. Die Formgebung des Glases verlangt eine mikrometergenaue Präzision, die mit Computer- und Lasertechnik überwacht wird. „Der Verschluss einer Flasche muss hundertprozentig abdichten“, sagt ISO-Geschäftsführer Klaus Benz. Um die Sicherheitsbestimmungen der Pharmaindustrie zu erfüllen, werden alle Produktionsschritte der ISO-Gläser über 15 Jahre dokumentiert. „Falls es aufgrund eines fehlerhaften Packmittels mit einem Medikament eine Panne gibt, kann das tödliche Folgen haben. Deshalb müssen die Verantwortlichkeiten im Herstellungsprozess detailliert zurückverfolgt werden können“, erklärt Benz.

Als Verpackungsmittel wurde Glas lange Zeit totgesagt. Doch inzwischen kann der Werkstoff in der Pharmaindustrie wieder Zuwächse verzeichnen. Gegenüber den konkurrierenden Kunststoffen hat Glas einen großen Vorteil: Es ist sehr beständig gegenüber chemischen Einflüssen und somit langlebiger und sicherer. Auf zukunftsfähige Technologie setzt ISO auch bei der Prävention. „Wir haben alle wichtigen Themen zur Arbeitssicherheit in unser webbasiertes Managementhandbuch aufgenommen“, berichtet Klaus Benz. Für die kommenden Jahre ist ISO daher gut aufgestellt.

Arbeitssicherheit bei ISO

Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge bilden bei ISO ein System, in dem viele Maßnahmen ineinandergreifen. Zur Sicherheitsausstattung zählen zum Beispiel Gasregelstrecken mit Druckablassventil und ein belüfteter und geerdeter Gefahrstoffschrank. Für Arbeiten über Kopf verwenden die Mitarbeiter Podestleitern mit DGUV Prüfsiegel. Ein mobiler Kran dient zum Anheben von schweren Ölfässern. „Die AMS-Begutachtung durch die VBG bestätigt, dass wir den Arbeitsschutz gezielt und strukturiert angehen und unsere Arbeitsabläufe funktionieren“, freut sich Geschäftsführer Klaus Benz.

MEHR INFORMATIONEN: www.vbg.de/ams

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