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Arbeitsunfall

Im Fall der Fälle

Trotz guter Prävention passieren Unfälle. Werden Arbeitnehmer bei der Ausübung ihres Berufs verletzt oder tragen sie Berufskrankheiten davon, greift die gesetzliche Unfallversicherung.

Im Jahr 2014 hat die VBG 486.809 Arbeits- und Wegeunfälle registriert. Hinzu kommen 4.071 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit. Arbeitsunfälle sowie Berufskrankheiten von Arbeitnehmern können schwere und vor allem kostenintensive Folgen nach sich ziehen. Als Mitglied einer Berufsgenossenschaft bleibt Unternehmen das teilweise erspart. Denn hier kommt die sogenannte Haftungsablösung ins Spiel. Das bedeutet, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber bei allen Risiken eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit abgesichert sind. Früher hatten die Arbeitnehmer Ansprüche direkt gegenüber ihren Arbeitgebern, wenn es zu einem Arbeitsunfall kam. Mit der Einführung der gesetzlichen Unfallversicherung im Jahr 1885 hat sich das geändert.

Bei Eintritt eines Versicherungsfalls erbringt die VBG als eine Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung, ähnlich wie eine Haftpflichtversicherung für Unternehmen, sämtliche Leistungen zur Heilbehandlung und Rehabilitation, um die Gesundheit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln möglichst vollständig wiederherzustellen. Die Unternehmen bezahlen die Versicherungsleistung mit ihrem Mitgliedsbeitrag an die VBG und werden im Gegenzug von ihrer zivilrechtlichen Haftung für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten gegenüber ihren Mitarbeitern befreit. Die rechtliche Grundlage hierfür bilden die Paragrafen 104 ff. Sozialgesetzbuch VII. Ist kein Vorsatz im Spiel, bestehen keine Schadensersatzansprüche der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber, wie es zum Beispiel in anderen Ländern sein kann. In den USA können Arbeitnehmer im Zuge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit existenzzerstörende Schadenersatzleistungen vom Unternehmer einfordern. So etwas wäre in Deutschland undenkbar.

Sicher ist sicher

Generell gilt: Bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit ist der in einem Unternehmen Beschäftigte über die VBG abgesichert. Das gilt übrigens auch für einen Unfall auf dem Weg von und zur Arbeit. Der Versicherungsschutz des Arbeitsnehmers beginnt hier mit dem Verlassen des Wohngebäudes und endet, sobald der Versicherte die Arbeitsstätte erreicht hat. Das gilt natürlich auch für den Heimweg. Selbst bei einigen Umwegen ist der Arbeitnehmer gesetzlich unfallversichert, wenn zum Beispiel die Kinder vor Arbeitsantritt in einer Kindertagesstätte untergebracht werden oder eine verkehrsbedingte Umleitung genommen werden muss. Aber aufgepasst: Sucht der Arbeitnehmer auf dem Weg zur Arbeitsstätte beispielsweise einen Bäcker oder eine Tankstelle auf, wird der Unfallversicherungsschutz unterbrochen. Sobald der Weg zur Arbeit fortgesetzt wird, greift wieder der Versicherungsschutz, vorausgesetzt die Gesamtdauer des Zwischenstopps übersteigt nicht das Zeitmaß von zwei Stunden.

Prävention an erster Stelle

Damit es aber gar nicht erst zu einem Arbeitsunfall kommt, erfüllt die VBG ihren gesetzlichen Präventionsauftrag. Demnach gilt es, mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten. So informiert und unterstützt die VBG ihre Mitgliedsunternehmen mit branchenspezifischen Handlungs- und Praxishilfen. Viele davon gibt es übrigens online. Auf www.vbg.de finden sich zum Beispiel auch Unterweisungen zur Organisation des Arbeitsschutzes, Informationen zur sicheren und gesundheitsgerechten Gestaltung von Arbeitsstätten, aber auch Hilfen zur Beurteilung von Arbeitsbedingungen in einem Betrieb oder branchenspezifische Gefährdungsbeurteilungen. Die VBG verfügt zudem über ein umfangreiches Beratungs- und Informationsangebot. So haben allein im Jahr 2014 Präventionsmitarbeiter bei 17.530 Besichtigungen Betriebe vor Ort persönlich zu Themen rund um den Arbeits- und Gesundheitsschutz beraten. Des Weiteren finden regelmäßig Unfalluntersuchungen in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Fachkraft für Arbeitssicherheit des Unternehmens statt. Diese Untersuchungen sollen auch dabei helfen, präventive Maßnahmen festzulegen, um zukünftig Arbeitsunfälle zu vermeiden.

Arbeitsschutz mit System

Die systematische Organisation des Arbeitsschutzes ist das A und O für ein erfolgreiches Unternehmen. Die Einführung von Arbeitsschutzmanagementsystemen ist eine weitere präventive Maßnahme, die sich für Unternehmen empfiehlt. So können Arbeitgeber mit dem VBG-Leitfaden „AMS – Arbeitsschutz mit System“ alle Ressourcen des Betriebs optimal ausschöpfen und kontinuierlich verbessern. Und dass sich Arbeitsschutz lohnt, hat das VBG-Projekt „Return on Prevention 2.0: Kosten und Nutzen von AMS“ gezeigt. Ein Fazit der Untersuchung: Arbeitsschutzmanagementsysteme tragen zur besseren Erreichung der Arbeitsschutzziele und der einzelwirtschaftlichen Ziele bei. Mehr zum VBG-Projekt gibt es online unter www.vbg.de/ams.

Kleine und mittelständische Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Arbeitsschutzorganisation mit dem sogenannten GDA-ORGAcheck zu überprüfen und zu verbessern. Außerdem bietet die VBG jährlich rund 300 verschiedene Seminare an, um die Gesundheitskompetenz ihrer Mitgliedsunternehmen zu stärken und die Zahl der Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verringern. Die Kosten für die Teilnahme an einem Seminar sind im VBG-Mitgliedsbeitrag bereits enthalten. Die VBG klärt zudem auf zu Themen wie Erste Hilfe oder Brandschutz in Unternehmen. Denn auch hier gilt: Eine zuverlässige Vorbereitung gewährleistet, dass sowohl Führungskräfte als auch Beschäftigte im Ernstfall angemessen reagieren können und somit Folgeschäden vermieden werden.

Rundum versorgt

Prävention ist gut und richtig. Doch ein Garant für Unfallfreiheit ist sie leider auch nicht. Sollte der Fall der Fälle eintreten und ein Beschäftigter erleidet einen Arbeitsunfall, muss der Arbeitgeber dies unbedingt der VBG melden und eine Unfallanzeige einreichen. Das gilt, wenn der Versicherte länger als drei Tage arbeitsunfähig ist oder tödlich verunglückt. Die Unfallanzeige ist vom Betriebsrat oder Personalrat mitzuunterzeichnen. Die Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt müssen von jeder Anzeige informiert werden. Nach einem Arbeitsunfall sollte der Verletzte einen Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen. Ein D-Arzt in einer Praxis oder in einem Krankenhaus ist ein besonders qualifizierter und medizinisch-technisch ausgestatteter Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Der D-Arzt beurteilt die Schwere der Verletzung und bestimmt über weitere notwendige Behandlungen des Versicherten. Die VBG übernimmt die anstehenden Kosten der medizinischen Rehabilitation und bei Bedarf der beruflichen Wiedereingliederung und Weiterbildung. 2014 hat die VBG für die Wiederherstellung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer über neun Millionen Versicherten Arbeitnehmer insgesamt rund 500 Millionen Euro ausgegeben. Darunter fallen Geldleistungen, Heilbehandlungen, Hilfsmittel sowie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Das vorrangige Ziel ist dabei immer die frühzeitige und dauerhafte Wiedereingliederung des Verletzten in das Berufsleben. Sollte der Mitarbeiter durch seinen Unfall nur eingeschränkt erwerbsfähig sein, nicht mehr in der Lage sein, seinen früheren Job auszuüben, oder gezwungen sein, den Arbeitgeber zu wechseln, übernimmt die VBG die Kosten für eine Weiterbildung. Sollte der Arbeitnehmer nicht mehr oder nur noch eingeschränkt aufgrund seines Arbeitsunfalls oder der Berufskrankheit erwerbsfähig sein, unterstützt die VBG den Lebensstandard durch eine Verletztenrente – falls nötig auch ein Leben lang!

AUSFÜHRLICHE INFOS AUCH ONLINE: www.vbg.de

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