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Das Trauma verarbeiten

Nach einem schweren Arbeitsunfall vermittelt die VBG psychotherapeutische Hilfe ohne lange Wartezeit. Die posttraumatische Belastungsstörung ist vergleichsweise gut behandelbar.

Schwere Unfälle, Gewalttaten und andere Katastrophen gehen an der Seele nicht spurlos vorüber. Etwa ein Drittel der Betroffenen zeigt danach eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). „Die schrecklichen Eindrücke schießen immer wieder unkontrollierbar in ihr Bewusstsein. Quälende Erinnerungen und Albträume suchen das Opfer bei Tag und Nacht heim. Neben Konzentrations- und Schlafstörungen entwickeln die Traumatisierten Ängste und Vermeidungsimpulse“, beschreibt Dr. Bruno Waldvogel die Symptome der Erkrankung. Der Münchner Psychotherapeut behandelt regelmäßig Beschäftigte der örtlichen Verkehrsbetriebe nach einem Arbeitsunfall. Aus Erfahrung weiß er, dass die PTBS die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen bedroht. „Manche Opfer eines Zugunglücks sehen sich anschließend nicht mehr in der Lage, mit der Bahn zu fahren oder einen Bahnhof zu betreten“, erklärt Waldvogel. „Lokführer leiden zudem oft unter irrationalen Schuldgefühlen. Sie fühlen sich verantwortlich, auch wenn sie an dem Unfall keine Schuld tragen – zum Beispiel nach einem Schienensuizid.“

Um ihre Versicherten nach einem schweren Arbeitsunfall optimal zu unterstützen, vermittelt ihnen die VBG proaktiv und sehr zeitnah den Kontakt zu einem Psychotherapeuten. Denn auf sich allein gestellt, erkennen die Betroffenen mitunter erst nach längerer Leidenszeit, dass sie psychologische Unterstützung benötigen. Oder sie müssen über Wochen auf einen freien Termin warten. „Unser Ziel ist dagegen, dass eine psychische Traumatisierung möglichst schnell professionell behandelt wird. Fünf probatorische Sitzungen genehmigen wir in solchen Fällen automatisch“, erläutert Sven Gleichmann, Rehaleiter der VBG-Bezirksverwaltung München. Bei diesen Erstgesprächen könne der Versicherte mit dem Therapeuten abklären, ob eine PTBS droht und Handlungsbedarf besteht. Unter Umständen schließt sich dann eine ambulante oder stationäre Therapie an.

„Unter den psychischen Erkrankungen gehört die PTBS zu den am besten behandelbaren Erkrankungen“, berichtet Bruno Waldvogel. „Oft bringt es für die Betroffenen schon eine große Erleichterung, von mir zu erfahren, dass ihre Reaktionen normal und keineswegs verrückt sind.“ Durch dosierte Konfrontationen werden die Patienten an die Angst auslösenden Situationen herangeführt. Sie lernen – auch mithilfe von Entspannungstechniken – ihre Ängste in den Griff zu kriegen.

Ansprechpartner nach einem Arbeitsunfall sind die VBG-Bezirksverwaltungen. Die Rehamanager kümmern sich um schnelle Hilfe für die Betroffenen und unterstützen diese aktiv bei der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation.

Ermöglicht wird der zeitnahe Kontakt zu einem Therapeuten über das Psychotherapeutenverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung. Es greift auf ein Netzwerk von Psychotherapeuten zurück, die für die Behandlung von Arbeitsunfällen geschult sind. „Das Netzwerk wird fortlaufend erweitert“, berichtet Sven Gleichmann. „Das Ziel ist es, das Verfahren bundesweit flächendeckend anbieten zu können.“

Versichert im Katastrophenfall?

Auch allgemeine Gefahren wie Naturkatastrophen, Kriegshandlungen, politische Unruhen oder Terroranschläge können als Unfallursache Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung begründen. Versicherungsschutz besteht, wenn die Katastrophe den Beschäftigten nur bei der Ausübung seiner Tätigkeit oder auf dem Weg von und zur Arbeit treffen konnte.

Befindet der Beschäftigte sich wegen einer Dienstreise oder einer Auslandsentsendung in einem Krisengebiet, können neben der beruflichen Tätigkeit auch private Betätigungen wie der Aufenthalt in der Unterkunft oder unvermeidliche Einkäufe und Restaurantbesuche unter Versicherungsschutz stehen, wenn es zu einem Unfall durch eine allgemeine Gefahr kommt.

KONTAKT ZU IHRER VBG-BEZIRKSVERWALTUNG: www.vbg.de/standorte

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