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Barrierefrei im Beruf

Bild Bielefeld

Nicolas Bielefeld arbeitet

beim Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Die Abkürzung dafür ist: RBB.

Sein Beruf ist: stellvertretender Personalchef.

Es gibt ein Gesetz,

wie viele Menschen mit Behinderung

in einer Firma arbeiten müssen.

RBB hält sich an das Gesetz.

Bei RBB arbeiten 93 Menschen mit Schwerbehinderung.

 

Raúl Krauthausen ist:

• Inklusions-Aktivist

• Autor

• Fernseh-Moderator

Er hat das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Er hat den Verein Sozialhelden e.V. gemacht.

Er war Programm-Manager bei Radio Fritz.

Radio Fritz ist ein Sender beim RBB.

Bild Menschen

Raúl Krauthausen und Nicolas Bielefeld reden über dieses Thema:

Wie gut können Menschen mit Behinderung in Deutschland arbeiten?

 

Bild Geld

Herr Krauthausen,

können Sie gut von Ihrem Geld leben?

Raúl Krauthausen:

Ich brauche Hilfe von anderen,

weil ich eine Behinderung habe.

Die Hilfe ist sehr teuer.

Das Sozialamt bezahlt die Hilfe.

Deshalb muss ich viel von meinem Geld

an das Sozialamt geben.

 

Bild sparen

Bis zum 31. Dezember 2016 war es so:

Ich durfte jedes Jahr nur 2600 Euro sparen.

Jetzt ist es so:

Ich darf jedes Jahr 30.000 Euro sparen.

Das steht im Teilhabe-Gesetz.

Doppelbild Kein Haus keine Rente

Das ist aber immer noch wenig.

Damit kann man kein Haus kaufen. 

Oder für die Rente sparen.

Menschen mit Behinderung haben es doppelt schwer:

• Es gibt viele Barrieren.

als andere Menschen mit ihrer Arbeit.

Zum Beispiel im Beruf.

• Sie verdienen viel weniger

als andere Menschen mit ihrer Arbeit.

Doppelbild Rollstuhlfahrer Geldbörse

Nicolas Bielefeld:

Herr Krauthausen hat Recht.

Keiner darf arm sein,

weil er eine Behinderung hat.

 

Bild Amt

Ämter geben den Firmen Geld.

Zum Beispiel dem RBB.

Menschen mit Behinderung können

mit dem Geld bei den Firmen arbeiten.

 

Bild Gemeinsam

Raúl Krauthausen:

Menschen mit Behinderung brauchen Hilfe

von anderen Menschen.

Der Staat soll allen Menschen mit Behinderung

diese Hilfe bezahlen.

Es soll egal sein:

• was jemand verdient

• wie viel Geld jemand hat.

Keiner kann etwas dafür,

dass er eine Behinderung hat

Bild Zwei Menschen

Warum arbeiten Sie,

wenn Sie dafür nur wenig Geld bekommen?

Raúl Krauthausen:

Ich arbeite zum Glück nicht nur wegen Geld.

Ich möchte das Gefühl haben:

Meine Arbeit ist wichtig.

Meine Arbeit hilft anderen Menschen.

 

Bild Rollstuhlgerecht Arbeiten

Welche Barrieren haben Sie als

Rollstuhl-Fahrer bei der Arbeit?

Raúl Krauthausen:

Ich arbeite mit Computer und Medien.

Ich hatte bis jetzt immer Glück.

Ich habe immer in Firmen gearbeitet,

die gute Büros für Rollstuhl-Fahrer hatten.

Zum Beispiel bei RBB.

 

Bild Reden

Dann habe ich beim RBB aufgehört.

Ein Mitarbeiter vom RBB hat mich gefragt:

Kennst du einen Menschen mit Behinderung,

der deine Arbeit hier weiter machen kann?

Aber:

Ich bin kein Behinderten-Beauftragter.

Ich bin auch kein Headhunter.

Headhunter spricht man so: Hät-hanta.

Ein Headhunter sucht Mitarbeiter für eine Firma. 

Bild Chef

Wie haben Sie sich bei der Frage gefühlt?

Wie ein Quoten-Behinderter?

Ein Quoten-Behinderter arbeitet nur in der Firma,

weil er eine Behinderung hat.

Raúl Krauthausen:

Nein.

Aber die Frage zeigt das Problem von Firmen:

Sie finden keine guten Mitarbeiter mit Behinderung.

 

Bild Frage

Nicolas Bielefeld:

Das stimmt.

Einige Firmen möchten Menschen mit Behinderung

bei sich arbeiten lassen.

Aber die Firmen wissen nicht,

wo sie die Menschen finden.

Und die behinderten Menschen wissen nicht,

dass es diese Firmen gibt.

 

Bild Weiterbildung

Raúl Krauthausen:

Das Problem beginnt aber schon viel früher.

Das Problem beginnt schon bei der Ausbildung.

Bei Menschen mit Behinderung ist es oft so:

Sie lernen oft in der Sonderschule.

Sie machen dann eine Ausbildung

im Berufs-Bildungs-Werk.

So eine Ausbildung hilft ihnen aber nicht.

Sie sind nicht gut ausgebildet.

 

Bild kein Computerarbeiten

Zum Beispiel:

Jemand macht eine Ausbildung,

um in der Bibliothek zu arbeiten.

Er lernt aber noch wie früher mit Kartei-Karten.

Heute braucht man für den Beruf einen Computer.

Das lernt die Person aber nicht.

 

Bild Rollstuhlfahrer

Viele Menschen mit Behinderung sind gut in der Schule.

Aber viele Gymnasien sind nicht barrierefrei.

Das heißt:

Menschen mit Behinderung können das

Gymnasium nicht besuchen.

Zum Beispiel,

weil das Gymnasium keinen Fahrstuhl hat.

Die Menschen mit Behinderung können dann

kein Abitur machen.

 

Nicolas Bielefeld:

Ja. Es gibt Probleme in der Ausbildung

von Menschen mit Behinderung.

Die Firmen können die Probleme aber nicht

alleine lösen.

Die Schulen und Universitäten

müssen noch mehr machen.

Sie müssen den Behinderten dabei helfen,

dass sie eine gute Ausbildung bekommen.

 

Bild Berufsberatung

Hatten Sie noch mehr Probleme in der Ausbildung?

Raúl Krauthausen:

Es gab immer wieder Vorurteile,

weil ich eine Behinderung habe.

Zum Beispiel:

Ich war in der 9. Klasse.

Ich war mit anderen Schülern bei der Berufs-Beratung.

Weil ich Rollstuhl-Fahrer bin,

musste ich zu einem besonderen Berufs-Berater.

Die erste Frage vom Berufs-Berater war:

Weißt du, was eine Behinderten-Werkstatt ist?

Er wollte, dass ich in der Werkstatt arbeite.

 

Bild Mutter Kind

Aber meine Mutter hat immer gesagt:

Du musst nicht in einer Behinderten-Werkstatt

arbeiten. 

Ich wusste:

Ich kann auch einen anderen Beruf machen.

 

Bild Gruppe

Nicolas Bielefeld:

Jeder soll dabei sein.

Jeder soll mitarbeiten können.

Deshalb brauchen wir Behinderte.

Sie können uns zeigen,

was wir besser machen können.

 

Bild Radio

Zum Beispiel:

Ein Mitarbeiter von uns ist schwerbehindert.

Er macht Sendungen für Radio-Eins.

In den Sendungen geht es um Probleme

von Schwerbehinderten im Alltag.

 

Raúl Krauthausen:

Menschen mit Behinderung sollen mehr im Radio

und Fernsehen sein.

Sie können Vorbilder sein.

Zum Beispiel:

• eine Tischlerin im Rollstuhl.

• ein Fernseh-Moderator ohne Arme.

• ein Karate-Lehrer, der nichts hört.

Bild Kinder

Junge Menschen mit Behinderung wissen dann:

Es gibt viele Berufe für Menschen mit Behinderung.

Das macht den jungen Menschen Mut.

 

Bild Kamera

Unser Verein hat ein Video-Projekt gemacht.

Das Video-Projekt heißt:

die-andersmacher.org.

Das Video-Projekt zeigt die Vorbilder.

 

Bild Ablehnung

Warum gibt es so viele Firmen,

wo keine behinderten Menschen arbeiten?

Raúl Krauthausen:

Das Integrations-Amt bezahlt oft das Geld für

behinderte Mitarbeiter.

Aber viele Firmen wissen das nicht.

Viele Firmen wissen auch nicht,

wie man mit behinderten Menschen arbeitet.

Die Firmen glauben,

dass es viele Probleme gibt.

Bild Gesetzbuch

Im Gesetz steht zum Beispiel:

Eine Firma muss einen Arbeits-Platz für

einen Schwerbehinderten haben.

Aber die Firma hat das nicht.

Dann muss die Firma jeden Monat Strafe zahlen.

Die Strafe ist 325 Euro.

Meine Idee ist:

Die Strafe soll 900 Euro sein.

Dann gibt es vielleicht mehr Arbeits-Plätze für

Schwerbehinderte.

 

Bild Gleichheit

Nicolas Bielefeld:

Das Thema Inklusion ist für große Firmen leichter.

Deshalb soll der Gesetz-Geber kleinen Firmen helfen.

Die kleinen Firmen können dann besser

Arbeits-Plätze für behinderte Menschen machen.

 

Welche Probleme mit Barriere-Freiheit haben große

Firmen wie der RBB?

Nicolas Bielefeld:

Es gibt oft Probleme mit alten Gebäuden.

Diese Gebäude sind nicht barrierefrei.

 

Bild Computer

Ein anderes Problem ist die Arbeit am Computer.

Für den Computer braucht man Programme.

Viele Programme sind nicht barrierefrei.

Man muss die Programme barrierefrei machen.

Aber das kostet viel Geld.

Viele Firmen können das Geld nicht bezahlen.

Deshalb müssen die Programme sofort barrierefrei sein.

Das ist eine wichtige Aufgabe in den nächsten Jahren.

Bild Gesetz

Raúl Krauthausen:

Es muss Gesetze für Barriere-Freiheit geben.

Zum Beispiel:

Ein Raum ist nicht barrierefrei?

Dann darf man in dem Raum nicht arbeiten.

Ein Programm ist nicht barrierefrei?

Dann darf man mit dem Programm nicht arbeiten.

So muss das sein.

Bild leichte Sprache

Ist Leichte Sprache eine Hilfe für

Menschen mit geistiger Behinderung?

Raúl Krauthausen:

Ich finde Leichte Sprache gut.

Es muss noch mehr Leichte Sprache geben.

Das ist für mich Barriere-Freiheit.

 

Bild Computer

Gute Beispiele für Leichte Sprache gibt es im Internet.

Zum Beispiel:

einfachstars.info

nachrichtenleicht.de

spassamlesenverlag.de

Bild Menschengruppe

Nicolas Bielefeld:

Unsere Firma hat noch nichts

mit Leichter Sprache gemacht.

Aber in unserer Firma ist Inklusion wichtig.

Wir brauchen eine Sprache,

die alle verstehen können.

Ich finde die Regeln für Leichte Sprache gut.

Ich glaube:

Unsere Firma wird die Regeln nutzen.