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Sicheres Deutsch

Jeder Beruf hat seine Fachausdrücke und Gesundheitsrisiken. In den Sprachkursen der I. K. Hofmann GmbH lernen Zeitarbeiter mit Migrationshintergrund genau die Deutschkenntnisse, die sie benötigen, um ihren Job sicher auszuüben. Die VBG unterstützt diese Sprachförderung finanziell im Rahmen des Prämienverfahrens.

Bild Lernmaterial

DIE SPRACHKURSE der I. K. Hofmann GmbH sind auf jeden Teilnehmer individuell zugeschnitten. Gefährdungen und Fachbegriffe werden mit Abbildungen erklärt.

Als Lukasz Kloske anfing, bei einem Automobilhersteller in Dingolfing zu arbeiten, lebte er schon drei Jahre in Deutschland und konnte sich im Alltag verständigen. Doch der Zeitarbeitsjob in der Automobilbranche konfrontierte ihn mit ungeahnten Problemen. „Einmal haben die Kollegen mich losgeschickt, um eine Ratsche zu holen. Aber ich wusste nicht, was eine Ratsche ist, und war hilflos“, erzählt der Pole. Heute kann der 22-jährige Lukasz Kloske über sein Missgeschick lachen. Er hat bei seinem Arbeitgeber, dem Personaldienstleister I. K. Hofmann GmbH, erfolgreich einen speziellen Deutschkurs absolviert. „Ich kenne für Werkzeuge und Ausrüstung nun die richtigen Wörter und kann mit den Kollegen alle Arbeitsschritte gut besprechen“, berichtet er über seine sprachlichen Fortschritte.

Doch nicht nur für Arbeitnehmer wie Lukasz Kloske ist der Unterricht ein Gewinn. Auch die Zeitarbeitsunternehmen, die eine solche Leistung anbieten, profitieren in erheblichem Maße und auf verschiedenen Ebenen. So steigt etwa das Betriebsklima, da die Deutsch lernenden Mitarbeiter durch den Wegfall der Sprachbarriere besser in die Gemeinschaft integriert sind. Missverständnisse in der direkten Kundenkommunikation gehören ebenfalls der Vergangenheit an, was sich in einer größeren Kundenzufriedenheit widerspiegelt. Nicht zuletzt vermag der Arbeitnehmer etwaige Gefahrenabschätzungen und Sicherheitshinweise besser zu verstehen und umzusetzen – wodurch sich für den Unternehmer das Risiko von Ausfallzeiten verringert.

Erfahrungsgemäß ist in der Zeitarbeit ein hoher Anteil von Beschäftigten tätig, deren Kenntnisse der deutschen Sprache für den betrieblichen Alltag nicht immer ausreichen. Daher bezuschusst die VBG Sprachkurse für Zeitarbeitnehmer im Prämienverfahren. 40 Prozent der Kosten können erstattet werden. Voraussetzung für diese Finanzierung ist, dass die Inhalte des Sprachkurses sich auf die Arbeitswelt, den beruflichen Alltag oder Sicherheit im Betrieb beziehen. So wie jene Deutschkurse der I. K. Hofmann GmbH im bayerischen Dingolfing. 

Gegenüber gewöhnlichen Deutschkursen zeichne den Sprachunterricht für Zeitarbeitnehmer eine Reihe von Vorteilen aus, zählt die Fremdsprachenkorrespondentin Laura Ruscheinski auf: Die Teilnehmer lernen das Fachvokabular für ihren Job. Der Schwerpunkt liegt auf dem Arbeitsschutz. Betreuer von Hofmann besprechen mit dem Kunden vor Ort, welche Verständigungsprobleme auftreten. Mit diesen Vorgaben erhält jeder Zeitarbeitnehmer einen auf ihn zugeschnittenen Unterricht. Da die Teilnehmer während des Kurses oft schon beim Kunden arbeiten, sind die Unterrichtszeiten auf ihren Schichtplan abgestimmt. Die I. K. Hofmann GmbH unterrichtet nicht nur ihre eigenen Mitarbeiter, sondern auch Zeitarbeitnehmer von externen Personaldienstleistern.

Der Kurs mit 40 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten ist in zwei Module unterteilt. Im ersten Modul werden Grammatik, Satzbau und Zeitformen eingeübt. Das zweite Modul dient der Optimierung der Deutschkenntnisse mit Themen des Arbeitsschutzes als Schwerpunkt. „Wir stellen Arbeitssituationen realistisch nach. Die persönliche Schutzausrüstung demonstrieren wir mit einem PSA-Dummy“, sagt Sprachdozentin Ruscheinski. Neben Fachausdrücken und Gefährdungen lernen die Kursteilnehmer Signalwörter wie „Achtung“, „Vorsicht“ und „Hilfe“. Zum Schluss findet eine schriftliche Prüfung statt, danach sind die Absolventen auf den Einsatz in deutschen Firmen gut vorbereitet. „Wichtig ist, den Zeitarbeitnehmern die Scheu zu nehmen, sich in der fremden Sprache auszudrücken“, so Ruscheinski. „Dann können sie alle Probleme und Risiken bei der Arbeit besprechen und meistern.“

Zuschüsse der VBG

Die VBG belohnt Mitgliedsunternehmen, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus in unfallverhütende und gesundheitserhaltende Maßnahmen investieren, im Rahmen des Prämienverfahrens.

Das Prämienverfahren gilt für Branchen, deren Unfallquoten und Unfalllasten um 50 Prozent über dem VBG-Durchschnitt liegen. Dazu zählen derzeit: Sicherheitsunternehmen, Tierpark/Tierschutz, Tierpflege, -zucht und -dressur, Zeitarbeit, Sportunternehmen mit bezahlten Sportlern, Unternehmen der Glas-Industrie, Grobkeramik und Feinkeramik, Bahnen und Bahndienstleistungen, Kraftfahrbetriebe.

In den Prämienkatalogen sind für jede dieser Branchen Maßnahmen beschrieben, für die in der Regel 20 beziehungsweise 40 Prozent der Investitionskosten erstattet werden. Pro Jahr kann ein Unternehmen eine Höchstprämie von 10.000 Euro erhalten. Im Bereich der Zeitarbeit werden zum Beispiel Sprachkurse finanziell gefördert, sofern sie nicht nur dem reinen Erwerb der deutschen Sprache dienen, sondern zugleich Aspekte aus der Arbeitswelt behandeln und damit dem Arbeitsschutz dienen.

MEHR INFORMATIONEN: www.vbg.de/praemie

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