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Schöne neue Arbeitswelt

Die Arbeitswelt von heute steht nicht still. Ganz im Gegenteil. So wie sich die Arbeit an und für sich ständig verändert, so befindet sich auch der klassische Büroarbeitsplatz im Wandel.

Das Arbeitsleben hat sich im Lauf der Geschichte immer wieder gewandelt. Die erste große gesellschaftliche Zäsur kam mit der industriellen Revolution im 18. Jahrhundert. Dampfmaschinen ersetzten in vielen Bereichen die menschliche Arbeitskraft, schafften aber zugleich auch neue Arbeitsplätze. Später revolutionierte die Elektrizität unsere Welt. Massenproduktion und Fließbandarbeit ermöglichten plötzlich einen Überschuss an Produkten, den es vorher noch nie gegeben hatte. In den 1970er-Jahren löste die Einführung des Computers den nächsten großen Wandel aus. Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist heutzutage das Thema Nummer eins.

VOM STEHEN INS SITZEN

Harte körperliche Arbeit ist vielerorts weggefallen, denn plötzlich sitzt jeder am Schreibtisch und blickt auf einen Bildschirm. Der Anteil der Dienstleistungs- und Kommunikationstätigkeiten steigt kontinuierlich und fördert damit auch den technologischen Wandel. Bewegungsmangel und einseitige statische Belastung sind die Folgen solch einer Entwicklung. Körperliche Ticks wie aus Charlie Chaplins Film „Moderne Zeiten“, wo er tagein, tagaus die gleiche Bewegung am Fließband macht und in seiner Freizeit zwanghaft fortsetzen muss, sind natürlich selten. Trotzdem begleitet einen oft die überwiegend regungslose Arbeit in Form von Verspannungen im Schulter-Arm-Bereich und Rückenschmerzen mit nach Hause.

Um solche Beschwerden zu vermeiden, haben sich allgemeingültige ergonomische Richtlinien fürs Arbeiten im Büro etabliert. Bürostuhl und Arbeitsfläche sollten in der Höhe so eingestellt werden, dass sowohl der Winkel zwischen Ober- und Unterarm als auch der zwischen Ober- und Unterschenkel 90 Grad oder mehr beträgt. Die Blicklinie sollte etwa 35 Grad aus der Waagerechten abgesenkt werden. Um ein klein wenig Bewegung in den sonst doch weitgehend regungslosen Alltag zu bringen, ist es wichtig, so häufig wie möglich seine Sitzposition zu verändern. Unterstützt wird dies durch höhenverstellbare Schreibtische, die es ermöglichen, stehend und sitzend zu arbeiten. Im Stehen sollten die Arme auch etwa 90 Grad angewinkelt sein. Der Blick sollte aus der Waagerechten um circa 30 Grad abgesenkt werden, um ermüdende und möglicherweise gesundheitsschädliche Körperhaltungen zu vermeiden. Dabei sollte der Bildschirm so weit nach hinten geneigt werden, dass die Anzeige etwa senkrecht zur Oberfläche betrachtet werden kann. Der Umwelt zuliebe werden viele Dokumente heutzutage überwiegend eingescannt und nur noch digital bearbeitet. Damit sich die Augen dabei nicht überanstrengen, ist es wichtig, auf dem Bildschirm ausreichend große Zeichen darzustellen. Da eingescannte Dokumente wegen der oft sehr kleinen Schriftzeichen nicht nur in Originalgröße, sondern vergrößert dargestellt werden sollen, reicht ein 19-Zoll-Bildschirm im Hochformat aus. Weil neben dem Dokument noch Platz sein sollte für Informations- und Bearbeitungsfenster, kann dieser Bildschirm durch einen weiteren 19-Zoll-Bildschirm im Querformat ergänzt werden. Arbeitet man lieber mit einem Großbildschirm, sollte man mindestens eine Bildschirmdiagonale von 26 Zoll wählen.

Neben diesen ergonomischen Empfehlungen zur Einrichtung von Büroräumen, ist es aber auch genauso wichtig, auf eine gesunde Ernährung zu achten und mehr Bewegung in den Büroalltag zu bringen. Wie Sie als Unternehmen die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter fördern können, erfahren Sie in unseren „5 Tipps für einen gesunden Lebensstil am Arbeitsplatz“.

 

ARBEITEN VON ÜBERALL AUS

Mit dem Anstieg von Büroarbeitsplätzen und der allgemeinen Digitalisierung der Arbeitswelt haben sich auch die Kommunikationswege schnell verändert. Man ist jetzt nicht mehr nur an seinem Schreibtisch erreichbar, sondern kann seine Telefonate oder Mails heutzutage überall entgegennehmen. Der mobile Arbeitsplatz ist ein Trend, und immer mehr Arbeitnehmer bevorzugen Telearbeit anstatt das traditionelle Büro. Eine Gefahr dabei ist, dass auch die klassischen Büroarbeitszeiten nicht mehr genau definiert sind. Nur, weil man den ganzen Tag via Mail oder Smartphone erreichbar ist, heißt das nicht, dass man es auch sein muss. Viele Unternehmen haben sich noch keine ausreichenden Gedanken zum Thema ständige Erreichbarkeit gemacht und keine klaren Richtlinien aufgestellt. Dabei geht es weniger um den Kontrollverlust des Arbeitgebers, sondern mehr um die Work-Life-Balance, die durch die konstante Erreichbarkeit ins Schwanken gerät. Wichtig ist, dass das Arbeiten im Homeoffice im Voraus mit dem Arbeitgeber abgemacht wird und es auch zu Hause einen festen Arbeitsbereich gibt – im Idealfall ein eigenes Arbeitszimmer. Stolpert der Versicherte zum Beispiel während seiner Tätigkeit im Homeoffice über das Druckerkabel in seinem Arbeitszimmer, ist das ein Arbeitsunfall. Holt er sich jedoch mal schnell einen Kaffee aus der Küche und fällt die Treppe hinunter, ist das kein Arbeitsunfall.

NEUE ARBEITSPLATZKONZEPTE

Die Arbeitssituationen haben sich nicht nur verändert, weil man seine Arbeit plötzlich überall mit hinnehmen kann, sondern auch innerhalb von klassischen Bürogebäuden hat sich einiges getan. Die Zahl der Einzelbüros schrumpft vielerorts, während größere Bürolandschaften wachsen. Aber auch Desksharing ist ein Büroraumkonzept, das als Lösung der Zukunft gehandelt wird. Desksharing ist dabei eine Organisationsform, die gerade bei großen Unternehmen eingesetzt wird, bei denen die Mitabeiter viel im Außendienst oder an wechselnden Firmenstandorten sind. Um dem Leerstand des Arbeitsplatzes entgegenzuwirken, stehen beim Desksharing weniger Arbeitsplätze zur Verfügung als Mitarbeiter. Ein Unternehmen, das die flexible Arbeitsplatzwahl in vielen Bereichen eingeführt hat, ist zum Beispiel die Deutsche Bank. Mehr darüber lesen Sie im Interview mit Martin Tüns, Managing Director Corporate Services bei der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

BÜRORÄUME PLANEN

Wer sein eigenes Büro neu planen oder umgestalten möchte, kann sich an das Office Team der VBG wenden. Seit mehr als zehn Jahren berät und unterstützt das Office Team Mitgliedsunternehmen bei der Büroraumplanung. Gemeinsam mit Ihnen stimmen die Berater zunächst die grundlegenden Planungswünsche ab. Anschließend werden die erforderlichen Planungsdaten des Unternehmens aufgenommen. Das beinhaltet zum Beispiel die gewünschte Möblierung, bemaßte Grundrisse, Fotos von den Räumlichkeiten, Ausstattungsmerkmale und Hinweise zur Arbeitsorganisation. Auf Basis dieser Daten erarbeitet das Office Team Lösungsvorschläge oder begutachtet bereits vorhandene oder laufende Planungen hinsichtlich der geltenden Vorschriften, Regeln und Normen. So weit wie möglich berücksichtigt das Office Team individuelle Belange und Wünsche, wie zum Beispiel die Wiederverwendung bestehender Möblierung. Die Ergebnisse fließen dann in einen Bericht in Form von Hinweisen, herstellerunabhängigen Einrichtungsvorschlägen und Grundrissen ein. Wenn möglich kann diese Planungsdokumentation durch das Office Team auch mit einer anschaulichen 3-D-Darstellung ergänzt werden. Neben den allgemeinen Hinweisen zur Barrierefreiheit und zur Beschaffung von Arbeitsmitteln und Büromöbeln beinhaltet der Bericht je nach Bedarf auch Informationen zu den eingesetzten Arbeitsmöbeln, den notwendigen Flächen am Arbeitsplatz, Anforderungen an Verkehrswege, Flucht- und Rettungswege sowie an die Arbeitsumgebung.

GUT DURCHDACHT

Vor der Planung von Büros sollte man sich als Arbeitgeber genau überlegen, welche Bürotypen und Arbeitsplatzmodelle am besten zum Unternehmen passen. Steht die Teamarbeit im Vordergrund oder sind es Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern? In einem Call-Center zum Beispiel ist die Tätigkeit durch Kommunikation mit den Kunden geprägt. Auf der anderen Seite können die Beschäftigten an anderen Arbeitsplätzen durch Gespräche gestört werden. Dies muss bei der Planung berücksichtigt und die Flächen so eingeteilt werden, dass ausreichend Platz für Teamarbeit vorhanden ist, aber auch ruhige Zonen zur Verfügung stehen. Für längere Besprechungen sollten separate Konferenzräume oder Kommunikationszonen zur Verfügung stehen. Aber auch Rückzugsmöglichkeiten für die Beschäftigten wie Pausenbereiche und -räume sind zu berücksichtigen. Damit es sich so ungestört wie möglich arbeiten lässt, müssen schallabsorbierende Elemente eingebaut werden. Diese verstecken sich in Deckenplatten, Teppichen, Möbeln, – selbst in Kunstwerken an den Wänden – und fallen von daher kaum auf.

IHR KONTAKT ZUM OFFICE TEAM:

Tel.: 040 5146–2332 | officeteam@vbg.de

GESUNDHEIT IM BÜRO: www.vbg.de/gesundheit-buero

AKUSTIK IM BÜRO: www.vbg.de/akustik

BÜROARBEITSPLÄTZE: www.vbg.de/bueroarbeitsplatz

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