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Bürogestaltung

Arbeiten im Büro der Zukunft

Flexibel, funktional und effizient – so sollte der Arbeitsplatz der Zukunft sein. Die Deutsche Bank hat den Umbau ihrer Konzernzentrale in Frankfurt am Main genutzt, um ihr innovatives Arbeitsplatzkonzept „db New Workplace“ umzusetzen.

Bild Martin Tüns

Martin Tüns, Managing Director Corporate Services bei der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

Martin Tüns (50) arbeitet seit 1994 bei der Deutschen Bank. Als Managing Director Corporate Services im Bereich Real Estate ist er für die Standortstrategien und Arbeitsplatzkonzepte verantwortlich. Im Zuge der Renovierung der Zwillingstürme der Deutschen Bank in der Taunusanlage in Frankfurt am Main wurde „db New Workplace“ umgesetzt. Was sich dahinter verbirgt, verrät Martin Tüns im Interview. 

Herr Tüns, wir sprechen heute über „db New Workplace“. Was beinhaltet Ihr Konzept?

Martin Tüns: Ausschlaggebend für die Erstellung des neuen Arbeitsplatzkonzepts war die Grundsanierung unserer Zentrale in Frankfurt am Main. Anhand von Interviews mit Führungskräften und Mitarbeitern wurde deutlich, dass sich die Anforderungen an unsere Arbeitsplätze verändert haben. Unsere Mitarbeiter benötigen mehr Flexibilität und bessere Möglichkeiten, im Team zu arbeiten. Dies kann aber nur gelingen, wenn der Arbeitsplatz sowie das IT-System dies ermöglichen. Aus diesem Grund haben wir unser Bürodesign grundlegend verändert. Unsere Bürolandschaft ist jetzt viel offener. In der Vergangenheit gab es eine Vielzahl von Mitarbeitern, die zum Beispiel ein Einzelbüro hatten. Einzelbüros haben heute bis auf wenige Ausnahmen nur noch Managing Directors. Wir arbeiten jetzt überwiegend im Open Space, in dem die Teams zusammensitzen, und wir bieten Desksharing an. Der Grund dafür war, dass es viele Bereiche gibt, bei denen unsere Mitarbeiter viel auf Dienstreisen oder bei Kundenterminen sind oder sich projektbezogen in anderen Gebäuden der Deutschen Bank oder ihrem Team aufhalten. Diese Mitarbeiter suchen sich dann einen freien Arbeitsplatz in ihrer Abteilung oder in ihrem Team. Ferner haben wir Thinktanks für konzentriertes Arbeiten sowie Business Lounges und Coffee Corners eingerichtet – alles Orte, an denen sich unsere Mitarbeiter für geschäftliche Besprechungen oder zum informellen Gedankenaustausch treffen können.

Wie funktioniert denn Desksharing bei Ihnen?

Desksharing eignet sich besonders für die Mitarbeiter, die recht häufig dienstlich unterwegs sind oder verstärkt von zu Hause aus arbeiten. Aber auch für Mitarbeiter, die projektbezogen innerhalb der Abteilungen rotieren, ist Desksharing eine sinnvolle Lösung. Im Zuge der Umgestaltung unserer Büros musste natürlich auch das gesamte IT-System entsprechend angepasst werden. Jeder Mitarbeiter besitzt eine Smartcard, mit der er sich an jedem freien Arbeitsplatz anmelden kann. Per Desktop on Demand kann er sich dort auf einem virtuellen Computer einwählen, der ihm alle seine Anwendungen zur Verfügung stellt, die er benötigt. Genauso verhält es sich mit der IP-Telefonie. Sobald man sich an seinem Arbeitsplatz angemeldet hat, ist man dort auch automatisch über seine persönliche Durchwahl erreichbar. Anstelle von vielen einzelnen Druckern haben wir Gemeinschaftsdrucker. Mit seiner Smartcard kann der Mitarbeiter sich an einem beliebigen Drucker die für ihn gespeicherten Druckaufträge abholen – egal, ob in der Geschäftsstelle in Frankfurt oder in New York. Für seine persönlichen Gegenstände stehen dem Mitarbeiter Schließfächer zur Verfügung. Das Konzept findet sich auf jeder unserer Etagen wieder.

Praktizieren denn alle Mitarbeiter bei Ihnen Desksharing?

Ein Teil der Belegschaft hat weiterhin feste Arbeitsstrukturen und auch zugeordnete Arbeitsplätze. Für wen Desksharing Sinn macht und für wen nicht, wurde im Vorfeld geklärt. Wir haben viele Interviews geführt, um mit den Abteilungsleitern und Vertretern aus den Teams zu definieren, welche Arbeitsprofile es gibt. Es gibt Teams, bei denen die Mitarbeiter permanent an einem festen Arbeitsplatz sind, und andere, die wiederum flexibler ihre Arbeit gestalten und keinen festen Platz benötigen. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass der Anteil der Teams mit festen Strukturen kleiner wird und der Wunsch nach Flexibilität größer. Unser Arbeitsplatzkonzept geht auf diese neuen Entwicklungen ein und damit auch auf die Wünsche unserer Mitarbeiter. Auch die Statussymbole haben sich geändert. Anstelle des Dienstwagens oder eines Einzelbüros legt der Mitarbeiter von heute viel mehr Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Ihm ist es wichtig, wie flexibel die Deutsche Bank als Arbeitgeber ist. Durch das neue Arbeitsplatzkonzept kann der Mitarbeiter mehr oder weniger seine Arbeitszeiten und seinen Arbeitsplatz frei wählen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Jeannine Nickolai.

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